Die spektakuläre Ankündigung kam überraschend. Auf ihrer Sitzung in der vergangenenen Woche hat die US-Notenbank Fed eine Rückführung ihrer gigantischen Bilanz beschlossen. Das Anleihekaufprogramm soll zunächst langsam, aber mit seigendem Tempo beendet werden.

Das Anleihenkaufprogramm läuft aus
Im Zuge der Finanzkrise hatte die Fed massiv Anleihen aufgekauft, um die Märkte zu stützen. Bereits vor zwei Jahren endete das Programm offiziell. Allerdings wurden auslaufende Gelder neu investiert. Ab Oktober verringert die Fed nun das zu reinvestierende Geld um zunächst 10 Milliarden Dollar pro Monat. Der Betrag steigt bis Ende 2018 auf 50 Milliarden Dollar pro Monat. Damit entzieht die Notenbank dem Markt bis Ende nächsten Jahres insgesamt rund 450 Milliarden Dollar.

Die Normalisierung der Geldpolitik
Die Fed entzieht den von Liquditätsspritzen abhängigen Anleihemärkten langsam aber sicher ihre Lieblingsdroge. Die Zinsen werden steigen, auch ohne dass der Leitzins angetastet wird. Doch auch dieser wird wohl weiter angehoben. Die Fed plant in diesem Jahr noch einen und im nächsten dann zwei bis drei Zinsschritte.

Wahrscheinlich ist die Strategie sogar mit EZB-Chef Mario Draghi abgesprochen. Denn die restriktive Politik in den USA erlaubt auch ihm einen  schrittweisen Ausstieg aus der Liquiditätsflutung, ohne dass der Euro zu stark aufwertet. Für uns ist das eine gute Nachricht: Normalisierung naht!