Kommt es jetzt zum Handelskrieg?

Scharfe Rhetorik vom US-Präsidenten ist die Welt bereits gewohnt. Doch jetzt macht Donald Trump Ernst und gefährdet den Wohlstand der globalisierten Welt. Mit der Verkündung von Strafzöllen auf Stahl und Aluminium legt Trump eine gefährliche Lunte ans Pulverfass und könnte einen Handelskrieg anzetteln. Das gilt vor allem dann, wenn Europa und China nicht besonnen reagieren und Vergeltungszölle beschließen.

Freier Handel bringt Wohlstandsgewinne
Die bereits seit 200 Jahren bekannte und empirisch sehr gut belegte Theorie der komparativen Vorteile besagt, dass internationale Arbeitsteilung allen Beteiligten Vorteile bringt. Jedes Land konzentriert sich auf die Herstellung der Güter, die es am effektivsten bereitstellen kann. Durch Handel untereinander können dann die Produkte entsprechend der Präferenzen der Konsumenten getauscht werden. Der Wohlstand unserer Zeit resultiert zu einem großen Teil aus dem freien Welthandel, den Donald Trump jetzt gefährdet.

Die Börsen reagieren kaum
Bis jetzt hat die Börse kaum eine Reaktion auf die Ankündigung des US-Präsidenten gezeigt. Das mag auch daran liegen, dass die Zölle auf Stahl und Aluminum allein noch keine großen Auswirkungen haben. Erst wenn andere Staaten Vergeltungsmaßnahmen ergreifen und eine Spirale neuer Zölle und Handelshemmnisse in Gang gesetzt wird, sind ernste negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft zu befürchten. Bisher schaden die Zölle vor allem den US-Verbrauchern, denn alle Produkte, die Stahl und Aluminum enthalten dürften in den USA in Zukunft teurer werden.