Warren Buffett: Vorzeige-Kapitalist scheut den Wettbewerb und liebt Monopole

Es ist überraschend, wenn einer der größten Kapitalisten der Welt von sich behauptet, den Wettbewerb zu verabscheuen. Doch nichts anderes tut Warren Buffett. Er bezeichnet die wettbewerbsfreie Zone blumig mit dem Begriff des „Burggrabens.“

Warren Buffett sucht Unternehmen, die in ihrem Bereich eine nahezu unangreifbare Position einnehmen und von der Konkurrenz nur schwer vom Thron zu stoßen sind. Die Manager seiner Tochtergesellschaften haben vor allem eine wichtige Aufgabe: Den Burggraben Jahr für Jahr zu vergrößern.

Denn umso größer der Burggraben und umso unangreifbarer das Unternehmen und dessen Produkte, desto leichter fällt es Buffett seiner Lieblingsbeschäftigung nachzugehen: Preise erhöhen. Mit keiner Methode kann man die Gewinne eines Unternehmens effektiver steigern als mit kontinuierlichen Preiserhöhungen.

Ein Paradebeispiel für die Wirkung des Burggrabens stammt aus der Anfangszeit von Buffetts Investmentkarriere. 1977 kaufte Buffett die Lokalzeitung Buffalo News. Buffett bezahlte 32,5 Millionen Dollar für ein Unternehmen, das gerade einmal 1,7 Millionen Dollar Gewinn abwarf. Für Warren Buffett war das ein relativ hoher Preis. Doch bald wurde deutlich, was der Starinvestor vorhatte.

Entgegen aller Annahmen investierte Buffett zunächst viel Geld in die Inhalte der Zeitung und baute sie zum besten Medium der Region aus. Damit verdrängte er erfolgreich die Konkurrenz. Bereits zehn Jahre später hatte Buffetts Zeitung quasi ein lokales Monopol. Der Gewinn stieg auf 35 Millionen Dollar pro Jahr. Warren Buffett hat einen Burggraben errichtet und erwirtschaftete dank der Sonderstellung am Markt jedes Jahr mehr Geld als er ursprünglich für das Unternehmen bezahlt hatte.

Investieren auch Sie in Unternehmen mit einem Burggraben. Das sind Unternehmen, die ihre Preise regelmäßig erhöhen können und deren Gewinne Jahr für Jahr steigen.