Deutsche Firmen wiederholt im Visier von Leerverkäufern

Die Liste wird immer länger. Nach Wirecard und Stroer geriet jetzt auch Aurelius ins Visier professioneller Leerverkäufer. Die Methode ist dabei immer gleich. Spekulanten positionieren sich short in einer Aktie, das heißt sie verkaufen mittels komplizierten Verleihgeschäften eine Aktie, ohne diese zu besitzen. Das Ziel ist der Rückkauf zu einem späteren Zeitpunkt zu günstigeren Kursen.

Wenn die Short-Position aufgebaut ist, wird ein kritischer Bericht zum Unternehmen gestreut, genau so wie es jetzt Gotham City bei Aurelius getan hat. Oft wird sogar durch weitere Leerverkäufe ein erster Ausverkauf angeschoben. Viele Anleger beginnen dann tatsächlich an ihrem Unternehmen zu zweifeln. Einige werden verkaufen. Automatische Stop-Loss-Orders, die beim Unterschreiten bestimmter Kursmarken ausgelöst werden, verstärken den Ausverkauf noch.

In allen Fällen extremer Kursverluste gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren. Zunächst muss analysiert werden, was das Unternehmen wirklich wert ist. Dann kann man entscheiden, ob ein Verkauf ratsam ist oder ob sogar ein Nachkauf infrage kommt. Sie erinnern sich an die Geschichte von Mr. Market, die ich Ihnen in der vergangenen Woche erzählt habe? Wenn nicht, können Sie diese Analogie auf die psychologischen Fallen bei der Aktienanlage hier noch einmal nachlesen.