Die Euro-Aufwertung geht weiter

Totgesagte leben länger. Anfang des Jahres haben viele Marktbeobachter bereits die Parität (Wechselkurs 1:1) zwischen Euro und Dollar vorausgesagt. Doch die Gemeinschaftswährung der Euroländer entwickelte sich in die entgegengesetzte Richtung. Seit Jahresanfang hat der Euro bereits 12% zugelegt. Das sind Welten wenn es um Devisen geht. „Schuld“ daran trägt die robuste Konjunktur in Europa und das Verwirrspiel des amerikanischen Präsidenten. Auf der Notenbanker-Konferenz in Jackson Hole hielt EZB-Chef Mario Draghi ein Plädoyer für den Freihandel. Damit stärkte er die Anziehungskraft des Euro bei internationalen Investoren.

Die Weltleitwährung verliert ihre Strahlkraft
Die Bank of America hat kürzlich eine Studie veröffentlicht, nach der derzeit so wenig Geld in die USA fließt, wie zuletzt während der Finanzkrise. Das ist umso bemerkenswerter, weil die US-Notenbank mittlerweile wieder kontinuierlich an der Zinsschraube dreht und den Dollar somit eigentlich attraktiver gegenüber anderen Währungen macht. Doch die Investoren haben schlicht Angst vor der Unberechenbarkeit des US-Präsidenten. Noch ist der Dollar die unangefochtene Weltleitwährung. Doch es entstehen Alternativen.

Das sind die Folgen der Dollarschwäche
US-Unternehmen sind zunächst die Gewinner der Dollarschwäche. Ihnen fällt das Exportieren leichter. Umgedreht werden Importe in die USA immer teurer. Da die USA Nettoimporteur vieler Waren sind, kann die Entwicklung zu Wohlstandsverlusten für die Bevölkerung führen.