Die Geschichte von Mr. Market

Börsenkurse schwanken manchmal völlig irrational. Um die wechselnden Stimmungen an den Börsen zu beschreiben, führte Benjamin Graham 1949 in seinem Buch „The Intelligent Investor“ die Allegorie des Mr. Market ein. Dieser Zeitgenosse, den man heute wohl in psychiatrische Behandlung geben würde, kommt jeden Tag zum Investor und nennt ihm einen Preis, zu dem dieser seine Aktien verkaufen oder neue Wertpapiere hinzukaufen kann. Der Investor kann mit Mr. Market handeln, ist dazu aber nicht gezwungen. Stattdessen kann Mr. Market auch komplett ignoriert werden. Er wird am nächsten Tag trotzdem erneut erscheinen und einen Kurs vorschlagen.

Meistens sind die Kurse, die Mr. Market vorschlägt plausibel. Manchmal allerdings gehen die Emotionen mit ihm durch und er erscheint so euphorisch wie der nette Staubsaugervertreter an der Haustür. Ein anderes Mal schlurft er wie ein Teenager herum, der gerade die Zeitungen austrägt. Entsprechend hoch oder tief und damit irrational fallen auch die Kurse aus, die er anbietet.

Als intelligenter Investor sollten Sie kaufen, wenn Mr. Market seine Preise desillusioniert und in Weltuntergangsstimmung nennt. Vorsicht ist dagegen geboten, sobald ein dynamischer Verkäufer voller Energie erscheint. Dann sollte keinesfalls gekauft werden. Ein Value-Investor richtet sich bei seiner Wertbeurteilung für eine Aktie nicht nach den Launen eines psychisch labilen Mr. Market. Nutzen Sie stattdessen die Stimmungsschwankungen zu Ihrem eigenen Vorteil aus.

In welcher Marktphase befinden wir uns jetzt gerade? Ist die Gelegenheit günstig zum Kauf? Oder sehen wir uns einem euphorischen Mr. Market gegenüber? Antworten auf diese Fragen liefert das Aktien-Telegramm. Hier erfahren Sie alle 14 Tage das Wichtigste rund um die langfristige Geldanlage. Und noch viel wichtiger: Sie erhalten konkrete Anlageideen.