Die zerstörerische Kraft der Subventionen

Subventionen und Staatshilfen sind ein zweischneidiges Schwert. Manchmal ist staatliche Unterstützung angemessen. So gilt beispielsweise die Abwrackprämie, die während der Finanzkrise gezahlt wurde, als ein wichtiger Baustein, mit dessen Hilfe eine schwere Rezession in Deutschland verhindert werden konnte. Es handelte sich dabei um eine klare zeitlich begrenzte Hilfe für einen florierenden Wirtschaftszeig, der darauf ausgelegt war, einen durch die Finanzbranche ausgelösten Schock abzufedern.

Anders sieht es aber bei vielen anderen staatlichen Unterstützungsmaßnahmen aus. Ein Beispiel für eine wirtschaftlich zweifelhafte Subvention ist der Kredit für die angeschlagene Air Berlin. Wäre die Gesellschaft unverschuldet in Turbulenzen geraten, könnte man darüber nachdenken, einen Engpass zu überbrücken. Doch warum ein Unternehmen, das seit fast zehn Jahren ununterbrochen Verluste schreibt, künstlich am Leben erhalten wird, ist zweifelhaft. Viel besser wäre es, unrentable Unternehmen sterben zu lassen. Denn genau darin liegt die größte Stärke des Kapitalismus.

Erfolgreiche Unternehmen, deren Produkte vom Markt nachgefragt werden, verdienen viel Geld. Wenn sich allerdings der wirtschaftliche Erfolg nicht einstellt, dann verschwinden die Unternehmen vom Markt. Somit setzen sich am Ende genau jene Produkte durch, die der Markt auch möchte. Wenn sich der Staat weitgehend heraushält und lediglich die Spielregeln überwacht, wird das Wirtschaftssytem am Besten zu den Bedürfnissen der Menschen passen.

Im Falle der Fluggesellschaften wird der Markt gerade bereinigt. Früher oder später wird Air Berlin den Flugbetrieb einstellen oder übernommen. Gerüchten zufolge hat die Lufthansa bereits Interesse bekundet. In jedem Fall wird mit der Pleite der Wettbewerb etwas kleiner und die verbliebenen Fluggesellschaften können höhere Gewinne erzielen. Davon profitiert auch eine Fluggesellschaft im Aktien-Telegramm.