Ein niedriger Ölpreis ist gut für die Börsen

Rohöl der Sorte Brent verbilligte sich in den vergangenen beiden Wochen um 8,9% auf nur noch 43,41 $. Einerseits ist ein derart stark fallender Preis ein Warnzeichen, denn der Ölpreis wird als Indikator für die konjunkturelle Lage der Weltwirtschaft angesehen. Ein sinkender Preis wird sofort auf eine geringere Nachfrage nach dem „Schmiermittel der Weltwirtschaft“ und somit eine nachlassende Wirtschaftstätigkeit zurückgeführt.

Diese Interpretation verkennt jedoch, dass der Ölmarkt seit dem Fracking-Boom in den USA kein nachfragegetriebener Markt mehr ist, sondern durch die Angebotsseite bestimmt wird. Vor allem der Iran drängt mit aller Macht in den Markt und weitet das Angebot aus. Doch auch die OPEC-Staaten, früher ein Korrektiv für übermäßige Preisbewegungen, können sich nicht auf Drosselungen der Fördermengen einigen, um die Preise zu stabilisieren.

Das sind die positiven Folgen niedriger Ölpreise
Der Rohstoff Öl ist in sehr vielen Produkten des täglichen Bedarfs enthalten. Zudem ist er ein gefragter Energieträger. Jede Veränderung der Preise wirkt sich daher direkt auf die Inflation aus. Niedrigere Preise nehmen den inflationären Druck und erlauben den Zentralbanken, die Märkte weiterhin mit Geld zu fluten. Das wirkt sich positiv auf die Aktienmärkte aus.  Zudem wirkt ein niedrigerer Ölpreis wie ein riesiges Konjunkturprogramm für die Unternehmen. Durch die geringere Kostenbelastung steigen die Gewinne. Als Aktionär profitieren Sie davon.