USA streben Kontrolle über Ölreserven an

Es wird immer deutlicher, was eigentlich niemand von ihm erwartet hat: Donald Trump verfolgt einen Plan. America First ist nicht nur eine hohle Phrase, sondern gelebte Industriepolitik des amtierenden US-Präsidenten. Im Fokus der Anstrengungen stehen der Dollarkurs und der Ölpreis.

USA sanktionieren Ölstaaten

Es gibt kaum ein entwickeltes Land auf der Welt, dem Donald Trump noch keine Sanktionen angedroht hat. Allerdings setzte er die Strafmaßnahmen bislang vor allem gegen die großen Ölförderer ein.

Jüngstes Beispiel sind die Maßnahmen gegen Russland und den Iran. Mit den Sanktionen treibt Trump den Ölpreis in die Höhe. Das hilft der Schieferölproduktion in den USA und schafft dort nicht nur Arbeitsplätze, sondern macht die USA gleichzeitig auch unabhängiger von ausländischem Öl. Damit verbessert Donald Trump die Leistungsbilanz und reduziert das Handelsdefizit.

Der Dollar wird stärker
Wenn die USA weniger Öl importieren, fließen weniger Dollar ins Ausland. Das stärkt den Dollarkurs. In den vergangenen zwei Wochen konnte man den Effekt bereits an den Devisenmärkten ablesen. Der Euro verlor gegenüber dem Dollar 1,97% an Wert. In der Welt der Devisen ist das eine ganze Menge.

Die US-Währung wird außerdem durch die höheren Zinsen in den USA gestärkt. Die Zinsdifferenz zwischen der Eurozone und dem Dollar-Raum ist so groß wie noch nie in der jüngeren Geschichte.