Wird die OPEC eine neue Phase hoher Ölpreise einleiten können?

Das alles beherrschende Thema an den Märkten war die überraschende Einigung der OPEC (Organisation erdölexportierender Staaten) auf eine Förderkürzung beim für die Weltwirtschaft so wichtigen Rohstoff Rohöl. Der Preis schoss in den vergangenen beiden Wochen infolge des OPEC-Treffens um 16% in die Höhe.

Die Rolle des Öls in der Weltwirtschaft
Rohöl gilt als das Schmiermittel der Weltwirtschaft. Viele Produkte basieren auf dem Rohstoff. Zudem ist Rohöl ein wichtiger Kostenfaktor für alle Transporteure in der Luft, auf dem Wasser, auf Schienen und Straßen.

Der Ölpreis und die wirtschaftliche Aktivität
Ein hoher Ölpreis wirkt volkswirtschaftlich gesehen wie eine Steuer und hemmt die wirtschaftliche Aktivität. Rohmaterialien und Warentransporte werden teurer. Das verteuert dann auch zahlreiche Produkte. Ein hoher Ölpreis ist also schlecht für die Konsumenten. Historisch betrachtet erleben wir jedoch gerade eine Phase niedriger Ölpreise, auch wenn sich der Rohstoff seit Jahresanfang bereits um rund 43% verteuert hat. Die OPEC möchte durch gezielte Angebotssteuerung eine weitere Preiserhöhung durchsetzen.

Der Einfluss der OPEC schwindet
Früher war die OPEC ein einflussreiches Kartell, das fast den gesamten Ölhandel kontrollierte. Mittlerweile ist der Einfluss deutlich gesunken. Schuld daran sind zum Einen Konflikte zwischen verschiedenen Staaten innerhalb des Bündnisses und zum Anderen der Ölboom in den USA, der durch die Fracking-Industrie ausgelöst wurde. Zudem baut der Iran nach dem Ende der Sanktionen die eigene Ölindustrie gerade wieder auf.

Der Ölpreis wird moderat bleiben
Nachdem im vergangenen Jahr zahlreiche Bohrtürme in den USA aufgrund der niedrigen Ölpreise geschlossen wurden, gibt es mittlerweile wieder viele neue Förderprojekte. Das bedeutet, dass einer Angebotsausweitung nichts mehr im Wege steht. Ein sprunghafter Anstieg des Ölpreises ist nicht zu befürchten und die Weltwirtschaft wird weiter vom relativ billigen Öl profitieren können.

Im Aktien-Telegramm gibt Richard Straube konkrete Empfehlungen, wie Sie trotz der neuen Politik der OPEC erfolgreich anlegen können.