Zwei spannende Zinsentscheidungen

In der vergangenen Woche haben die Notenbanken der beiden wichtigsten Währungsräume der Welt wegweisende Zinsentscheidungen getroffen. Die Fed hat den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte erhöht und hält damit am restriktiven geldpolitischen Kurs fest. In den nächsten anderthalb Jahren werden bis zu sechs weitere Zinsschritte erwartet. Entsprechend stark entwickelt sich der US-Dollar.

Mario Draghi bleibt der König der Niedrigzinsen

Der Euro bleibt dagegen schwach. Mario Draghi hat es geschafft, den Ausstieg aus der Liquiditätsflutung noch einmal hinauszuzögern und es trotzdem wie einen Erfolg der zinspolitischen Hardliner im EZB-Rat aussehen zu lassen. Das umstrittene Anleihenkaufprogramm der EZB wird im Dezember auslaufen. Bis dahin wird das Volumen sukzessive verringert. Allerdings war vorher bereits über ein Ende der Maßnahme im September spekuliert worden. Die Zinsen werden voraussichtlich noch für mindestens ein Jahr bei Null bleiben. Draghi kauft Zeit, damit die kriselnden Euroländer ihre strukturellen Probleme in den Griff bekommen können.

Zinspolitik hat Auswirkungen auf die Märkte

Die Märkte reagierten prompt auf das zunehmende Auseinanderdriften der Zinsen in Europa und den USA. Der Euro verlor an Wert. Das wiederum hilft den exportstarken deutschen Unternehmen. Folgerichtig war der Dax in den vergangenen beiden Wochen der Index mit den größten Gewinnen. Auf den Rohstoffmärkten gaben Öl und Gold im Zuge des stärkeren Dollars deutlich ab.